elektro
+++ Lesen +++ Auf dem Lesesofa "goutiert": Wer sich gerne per Sprache in einen schrägen, luftigen Bewusstseinszustand versetzen lässt, könnte an Jörg-Uwe Albigs Berlin Palace (Klett-Cotta, 2010) seine Freude haben. Wer weißes Interieur und Asien mag, auch:

Die Wände waren dick; trotzdem kam es mir vor, als wären die Antiquitäten aus den Nachbarhäusern per Osmose in Meister Zhaos Haus gesickert.

Hier erhielten sie umgehend die weiße Lackierung, die Meister Zhao seinem Leben zugedacht hatte; selbst die Klangschalen aus der Provinz Tibet hatte er durch das Farbbad gezogen.

Über dem geweißten Altar hing ein Foto, digital auf ein Rollbild gedruckt: Zhao selbst, die Hände mit Yakbutter verschmiert, neben ihm zwei bärbeißige Lamas aus Xigaze.

Zwinkernd erhob sich Xao, trat hinter den weißlackierten Thron aus Eibenholz, auf dem seine Frau saß, die er mit Kokospralinen fütterte. (Seite 48/49)

+++ Wohnen +++ Fast scheint mir, die Fotostylisten des neuesten Wohnbuchs von Brühl (war vorgestern in meinem Briefkasten) haben sich auch mit Albigs Buch berauscht. Ganz viel Weiß! Zu meinem Lesesofa der Woche erkläre ich plupp (erstes Bild unten), denn hierauf befindet sich eine Person, mit der ich das Buch gerne diskutieren würde. In verschiedenen Haltungen Lesen ginge ebenfalls, und ich könnte sogar einen Text dazu auf dem Mini-PC-Tischchen verfassen.

plupp2blanche04lobby lucky08ladybug02jerrycoupolebleue

Fotos: ganz oben kh, alle anderen von brühl, von oben nach unten plupp, blanche, lobby, lucky, lady bug, jerry, coupole bleue